Referent: Prof. Dr. Ulrich Pfisterer
Ort: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München
Datum: 28.2.2007
Uhrzeit: 18.15 Uhr
Die Sprachlosigkeit der Antiquare - Humanistisches Zeichnen und die Anfänge archäologischer Dokumentation in der Renaissance
Im Laufe der Renaissance greifen immer mehr Humanisten, Literaten, Höflinge - kurz: alle Arten von 'Dilettanten' - zum Zeichenstift. Die Leitthese des Vortrags erklärt diese Entwicklung aus der 'Sprachlosigkeit' der Gebildeten: Damit ist gemeint, dass dilettantische Zeichnungen offenbar dann verstärkt auftreten, wenn das primär sprachlich vermittelte humanistische Wissen an seine Grenzen gerät und allein das Bildmedium Auswege der Kommunikation zu eröffnen scheint. Detailliert erläutert werden diese Prozesse am Beispiel zweier bislang unpublizierter Handschriften des 15. Jahrhunderts mit Illustrationen, die jeweils eine neue Stufe antiquarisch-archäologischer Dokumentation markieren.
Prof. Dr. Ulrich Pfisterer
Ulrich Pfisterer gehört dem Vorstand des Vereins zur Förderung des Kunsthistorischen Instituts in Florenz (Max-Planck-Institut) e.V. an. Seit Oktober 2006 ist er Professor am Institut für Kunstgeschichte der LMU. Promotion 1997 in Göttingen, danach Assistent und Juniorprofessor an der Universität Hamburg; dort Habilitation 2006. Stipendiat u.a. an der Bibliotheca Hertziana in Rom, am Kunsthistorischen Instituts in Florenz und am Getty Research Center in Los Angeles. Zuletzt erschienen sind (Mitherausgeber und -autor): Der Künstler als Kunstwerk. Selbstporträts vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Stuttgart: Reclam 2005 und Animationen/Transgressionen: Das Kunstwerk als Lebewesen (Hamburger Forschungen zur Kunstgeschichte; 4), Berlin: Akademie 2005.
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